Artikel | K-Tipp 4/2007

Risiko mit Hunden aus dem Ausland

Hunde aus Tierheimen kosten nicht viel.
Der Haken dabei: Die Vierbeiner werden oft krank aus dem Ausland eingeführt.

Risiko mit Hunden aus dem Ausland 


Für reinrassige Welpen mit Stammbaum verlangen Züchter schnell einmal 1500 Franken und mehr. Wesentlich günstiger - zwischen 300 und 500 Franken - sind Hunde aus Heimen. Dies zeigt eine Umfrage des K-Tipp. 400 Franken verlangt die Hundehilfe Schweiz im thurgauischen Sirnach pro Tier.

Seit Vereinspräsidentin Heidi Kleber im Frühjahr 2006 in Sirnach einzog, hält sie die Behörden gehörig auf Trab. Das Problem: Die gebürtige Österreicherin betätigt sich als Hundehändlerin - aber ohne Bewilligung des kantonalen Veterinäramtes.


Strafanzeige gegen die Hundehilfe Schweiz

Mit einer schriftlichen Verfügung vom 23. Januar 2007 unterband Kantonstierarzt Paul Witzig den Handel einstweilen. Der Sirnacher Veterinär Andreas Schmidt hat zudem gegen Kleber und die Hundehilfe Schweiz beim Bezirksamt Münchwilen Strafanzeige erstattet. Grund: illegaler Tierhandel.

Witzig weiss, dass die Organisation seit Frühling 2006 «sehr viele Tiere» verkauft hat. Mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nennt er jedoch keine Zahlen. Heidi Kleber sagte dem K-Tipp: «Ob man das ganze als Hundehandel betrachtet oder nicht, ist mir eigentlich egal. Wichtig ist mir die gute Platzierung der Tiere.»
Und sie betont, dass sie mit dem Verein keinen Gewinn erwirtschafte. Neben den Erträgen aus den Verkäufen finanziert sich der Verein Hundehilfe Schweiz über Spenden und Mitgliederbeiträge.


Genügend Schweizer Hunde in Heimen

Allerdings geschäftet Kleber nicht nur ohne Bewilligung, sondern führt entgegen den Grundsätzen des Schweizer Tierschutzes STS Hunde aus dem Ausland ein. Eva Waiblinger vom STS sagt: «Hunde sollten nicht aus dem Ausland importiert werden, solange in der Schweiz noch so viele Heimtiere auf eine Platzierung warten.» Sämtliche vom K-Tipp befragten Tierheime lehnen es ab, Hunde zu importieren.

Kantonstierarzt Paul Witzig warnt, dass importierte Hunde immer wieder Krankheiten einschleppen. Darunter finden sich mitunter Fälle von Tollwut. Witzig gibt weiter zu bedenken: «Aus dem Ausland eingeführte Hunde sind oft daran gewöhnt, im Rudel zu leben, und später als Einzeltiere schwierig zu halten.»


Import-Hund mit Haut- und Halsentzündung

Dem Sirnacher Tierarzt Andreas Schmidt fällt auf, dass er in seiner Praxis immer wieder importierte Hunde behandeln muss, die krank sind. Vor wenigen Wochen diagnostizierte er bei einem Tier eine schwere Halsentzündung und eine Hauterkrankung. Aufwändige tierärztliche Behandlungen können den Besitzer schnell einmal mehrere tausend Franken kosten. Übrigens: Der Vierbeiner war kurz vor dem Praxisbesuch bei der Hundehilfe Schweiz gekauft worden.



Damit der Kauf eines Heimtiers kein Reinfall wird

- Artgerechte Haltung: Im Heim gibt es Innenboxen und Auslauf, Spielzeug sowie Liegemöglichkeiten.
- Die Hunde leben je nach Charakter einzeln, zu zweit oder im Rudel.
- Das Heimpersonal informiert über die Vergangenheit des Tieres.
- Ideal ist eine Besichtigung am Wohnort des künftigen Halters. Oder das Personal informiert sich zumindest über das künftige Umfeld des Tiers.
- Vor dem Kauf sollte abgeklärt werden, ob Hund und neuer Besitzer überhaupt zusammenpassen.
- Der neue Besitzer erhält einen Heimtierausweis. Darin vermerkt sind die Chipnummer, Impfungen und der letzte tierärztliche Check.
- In einem Vertrag festhalten, dass der Hund ins Heim zurückgebracht werden kann, falls dem neuen Besitzer die Haltung des Tiers aus irgendeinem Grund nicht mehr möglich ist.
- Das Fachpersonal informiert über die artgerechte Hundehaltung und gibt Hinweise zur Pflege des Vierbeiners.

28. Februar 2007 | Thomas Heer

 

Quelle

http://www.ktipp.ch/themen/beitrag/1027120/Risiko_mit_Hunden_aus_dem_Ausland 

 

Die «Hunde-Mama» muss vor Gericht

Von Dominik Balmer. Aktualisiert am 04.01.2012 

Einst schreckte sie mit ihren Hunden in Huttwil die Nachbarn, jetzt kommt es zum Prozess gegen die selbst ernannte «Hunde-Mama» vom Verein Hundehilfe Schweiz.

Der frühere Dorfladen im Huttwiler Nyffel: Von hier aus operierte zeitweise der Verein Hundehilfe Schweiz (Aufnahme vom Mai 2009).

Der frühere Dorfladen im Huttwiler Nyffel: Von hier aus operierte zeitweise der Verein Hundehilfe Schweiz (Aufnahme vom Mai 2009). 
Bild: Thomas Peter

Ihre Basis war Huttwil. Von hier aus leitete Ulrike F.* ihren Verein Hundehilfe Schweiz. Als sich die gebürtige Deutsche Anfang 2007 im früheren Dorfladen im Nyffel niederliess, brachte sie denn auch rund 20 Hunde mit. Doch die Tiere verbreiteten Angst und Schrecken. Mehrmals brachen sie aus und bissen Passanten. Unter den Opfern waren vor allem Kinder, wegen der Schule und des Kinderheims in der Nähe.

Die Behörden schalteten sich ein und rückten Ulrike F. zu Leibe. Und plötzlich kehrte im Nyffel wieder Ruhe ein. Anfang 2009 verliess die selbst ernannte Tierfreundin und «Hunde-Mama» Knall auf Fall ihr Refugium – nach rund zwei Jahren. Und ihre Spuren verwischten sich.

Gerichtsprozess steht an

Jetzt taucht die Frau wieder auf: Ende Monat kommt es am Regionalgericht in Langnau zum Prozess gegen sie. Die vorgeworfenen Delikte dürften zum grossen Teil mit ihrer Tätigkeit als Leiterin der Hundehilfe zusammenhängen. So soll sie beispielsweise mehrfach gegen das Tierschutz- und das Tierseuchengesetz verstossen haben. Darüber hinaus soll sie es versäumt haben, die nötigen Vorkehrungen zu treffen, damit der Hund Menschen und Tiere nicht gefährdet.

Mehr noch: Das Gericht wird auch zu beurteilen haben, ob Ulrike F. Veruntreuung, einfache Körperverletzung und Sachentziehung begangen hat.

Vorwand der Tierliebe?

Unbekannt ist, ob es unter dem Anklagepunkt «Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz» auch um illegalen Hundehandel geht. Gerichtsschreiberin Stefanie Jaggi erteilte dazu keine Auskünfte. Wegen dieses möglichen Delikts war die Hundehilfe Schweiz erstmals an den Pranger gestellt worden. 2007 verbreitete der Schweizer Tierschutz eine Medienmitteilung mit dem Titel «Dubioser Hundehandel». Darin wurde der Hundehilfe vorgeworfen, unter dem Vorwand vermeintlicher Tierliebe massenhaft Hunde zu vermitteln, «obwohl die Vorschriften der Hundehaltung als auch des Tierschutzes in höchstem Masse fragwürdig bis gesetzeswidrig umgesetzt werden». 2008 berichtete der «Beobachter», die Hundehilfe importiere jährlich bis zu 450 Strassenhunde aus Rumänien, Ungarn und Südeuropa. Darunter seien auch Kampfhunde. Das Fazit der Zeitschrift: Dieser Handel sei illegal.

Huttwil war indessen nicht die einzige Station der Hundehilfe. Ins Städtli war Ulrike F. nämlich erst gekommen, nachdem ihr die Behörden im thurgauischen Sirnach den Handel mit Hunden verboten hatten. So soll die Frau auch in den aargauischen Ortschaften Mellingen und Magden sowie im Seeland Delikte begangen haben – und zwar von Mai 2006 bis September 2010. Dass der Prozess nun in Langnau stattfindet, hat laut Gerichtsschreiberin Jaggi «verfahrenstechnische Gründe». Unter anderem seien die in Huttwil mutmasslich begangenen Delikte die schwersten.

Neue Meldung im Seeland

Ob die Hundehilfe noch existiert, ist nicht bekannt, aber eher unwahrscheinlich: Die Internetseite www.hundehilfe.ch steht zum Verkauf. Und den Behörden in der Seeländer Gemeinde, wo Ulrike F. heute wohnt, sind keine Aktivitäten bekannt. Die Frau soll aber nach wie vor Hunde besitzen. Und ebendiese Tiere sorgen weiter für Unmut. Beim bernischen Veterinärdienst ist erst im November 2011 eine Meldung einer Privatperson eingegangen: Demnach soll die frühere Hundehilfe-Leiterin die nötigen Vorkehrungen nicht getroffen haben, damit der Hund Menschen und Tiere nicht gefährdet. Monika Bernoulli, Kommunikationsverantwortliche des Veterinärdiensts, bestätigt den Eingang der Meldung, sagt aber auch: Sofortmassnahmen seien, aufgrund der Angaben der Polizei, keine getroffen worden. Bei dem Vorfall mit dem Hund sei niemand verletzt worden. Weitere Abklärungen laufen.

Die angeklagte Ulrike F. wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle:

http://www.bernerzeitung.ch/region/emmental/Die-HundeMama-muss-vor-Gericht/story/26016975

 

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VEREIN HUNDEHILFE

Lastwagenweise Hunde importiert

Text:
  • Christoph Schilling
Ausgabe:
13/08

Hunderte Strassenhunde aus dem Ausland bringt der Verein Hundehilfe jährlich in die Schweiz. Hier werden die Tiere verkauft. Dieser Handel, auch mit Kampfhunden, ist undurchsichtig - und illegal.

Die Hundehilfe Schweiz in Huttwil BE hat sich der «Linderung des Hundeleids in Europa» verschrieben. Ein edles Motiv, nur sind die Methoden illegal. Die Hundehilfe importiert laut eigenen Angaben jährlich bis zu 450 Strassenhunde aus Rumänien, Ungarn und Südeuropa und platziert sie in der Schweiz. Für diesen Handel braucht es laut Tierschutzgesetz eine Handelsbewilligung vom Kantonstierarzt. Über eine solche verfügt Heidi Kleber, die Leiterin der Hundehilfe, nicht. 

«Viele denken, sie kämen bei der Hundehilfe günstig zu einem Hund - und bleiben dann auf hohen Arztrechnungen sitzen», sagt Max Lipp, der den Verein verliess. Denn viele Hunde seien krank. «Als ich feststellte, dass lastwagenweise Hunde importiert werden, stieg ich sofort aus.»
 

Auch gefährliche Hunde im Angebot

Es sei eine «Einmannshow», kritisiert Aussteiger Lipp weiter. «Frau Kleber macht alles, führt die Kasse, niemand ist orientiert über den Geldfluss.» Pro vermittelten Hund verrechnet die Hundehilfe mindestens 400 Franken, kastrierte Tiere sind teurer. Das ergibt einen Umsatz von 180'000 Franken jährlich. Noch nicht eingerechnet sind die Spenden. Eine andere Aussteigerin meint, es handle sich um «ein ziemlich lukratives Geschäft».


Abnehmer der Hunde werden offenbar nicht auf ihre Eignung überprüft. So wurde einer magersüchtigen, nur 32 Kilo schweren Frau ein vermeintlich pflegeleichter, gutmütiger Welpe angedreht. «Aber er ist gewachsen und gewachsen», sagt sie Tierfilmer Mark Rissi in die Kamera, der über den Verein recherchiert hat. Des Pudels Kern war dann kein Haushund wie erwartet, sondern ein Hirtenhund, der viel Auslauf braucht und die Halterin komplett überfordert. Einer weiteren Hundeliebhaberin wurde auf einem Autobahnparkplatz morgens um ein Uhr ein Dogo Argentino übergeben, ein Kampfhund. Es sei doch «brandgefährlich», wenn jeder x-Beliebige sich auf diese Weise einen solch gefährlichen Hund beschaffen könne, ärgert sie sich. 

Die Hundehilfe war schon letztes Jahr aktiv, aber im Thurgau, wo ihr Kantonstierarzt Paul Witzig den Hundehandel verbot. Darauf wechselte Kleber den Kanton. Laut Witzig «müsste eigentlich der Kanton Bern jetzt das Hundehandelsverbot durchsetzen». Witzig bestätigt, dass die «Hundehilfe» auch Kampfhunde vermittelte.
 

Ordentliche Buchhaltung fehlt

Wieso kann der Verein im Kanton Bern einfach weitermachen? Kantonstierarzt Christian Huggler wollte zum Fall nicht Stellung nehmen, mit der Begründung, es werde in dieser Sache ermittelt. Derweil sorgen sich auch die Huttwiler: «Ab und zu bricht ein Hund aus. Schon mehrmals ist jemand gebissen worden», berichtet Gemeinderat Hansjörg Muralt.

Erstaunlich auch, wie einfach es offenbar ist, Hunde über die Grenze in die Schweiz zu schaffen. Die Hundehilfe importiert bis zu 40 Hunde pro Ladung. «Wer Hunde importiert, muss an der Grenze lediglich eine Zolldeklaration ausfüllen», erklärt Heinz Lienhard, Präsident des Schweizer Tierschutzes (STS). «Deshalb fordern wir eine Bewilligungspflicht für den Import.» Eine Motion mit dieser Forderung liegt unerledigt im Parlament. Der Bundesrat lehnt aber eine generelle Bewilligungspflicht für die Hundeeinfuhr ab.

Heidi Kleber antwortet dem Beobachter, die 400 Franken pro Tier deckten gerade mal die Kosten. «Überschüsse» gingen an ausländische Tierheime. Eine saubere Jahresrechnung allerdings legte sie dem Beobachter nicht vor. Ferner habe sie in Bern um eine Bewilligung für den Hundehandel ersucht. Ihr Gesuch sei aber ein Jahr lang unbeantwortet geblieben. Sie vertreibe keine kranken Hunde, und die Hundeabnehmer würden immer überprüft. 

Tierschützer sind skeptisch: «Der Import von Hunden in die Schweiz hat wenig mit Tierschutz, aber viel mit Geschäftemacherei zu tun», sagt STS-Präsident Lienhard. Sinnvoller wäre Hilfe vor Ort.

Unverdrossen macht die Hundehilfe Schweiz weiter. Der nächste Transport aus Ungarn ist bereits für Ende Juli auf der Homepage angekündigt.

 

Quelle:

http://www.beobachter.ch/familie/haustiere/artikel/verein-hundehilfe_lastwagenweise-hunde-importiert/

 


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